Montag, 6. Februar 2017

Rezension: "Tadunos Lied" von Odafe Atogun

Titel: Tadunos Lied
Autor: Odafe Atogun 
Verlag und Info: Arche Verlag
HC; 235 Seiten
Preis: 20,00 €
Genre: Roman 
Reihe: Nein

Tadunos Lied - Odafi Atogun 


Inhalt 

Taduno, ein in Nigeria sehr berühmter Sänger und Gitarrenspieler, ist ins Visier der diktatorischen Regierung geraten, da er mit seiner Musik gegen das Militärregime aufbegehrt hat.

Daher ging er ins Exil, doch nach wenigen Monaten zieht es ihn zurück in seine Heimatstadt Lagos, da er seine große Liebe Lela wiedersehen will. 

Doch als er wieder zurückkommt, der Schock: Niemand kennt ihn - seine Freunde, seine Nachbarn - sein Name und sein Gesicht sind vergessen - nur seine Geschichte ist noch bekannt, jedoch bringt sie niemand mit ihm in Verbindung. Und durch einen Unfall hat er seine Singstimme verloren, so dass ihm auch niemand glaubt, wer er ist.

Zu allem Überfluss muss er erfahren, dass seine Liebe Lela anscheinend von Polizei oder Regierung entführt oder verschleppt wurde.

Nun gilt es, das Geheimnis um seine anscheinend abhanden gekommene Identität zu lösen, und auch noch seine Freundin zu finden - und das alles offensichtlich ganz allein als Niemand in einer unterdrückten Bevölkerung, die sich ängstlich vor dem Diktator duckt.

Ob es ihm gelingen wird? Lest selbst! 

Beurteilung 

Dieses Buch schleicht sich einem von hinten ans Herz und bleibt hängen. Obwohl es vom Genre her nicht zu unserem Blog passt, wollte ich dieses Buch lesen, da es mir ans Herz gelegt wurde. 

Und dieses Büchlein rührt einfach nur an der Seele. Die Geschichte im Vordergrund ist traurig, aber schön - Taduno ist ein einfacher, aber extrem großherziger und gradliniger Charakter, wer ihn nicht mag, mit dem ist definitiv was falsch. Er zeigt uns, wie man Charakter zeigt. 

Doch auch noch eine ganz andere Botschaft hat das Buch - es weist uns darauf hin, dass es traurigerweise immer noch Regionen auf dieser Erde gibt, in denen ganz andere Zustände herrschen als bei uns - da schaut man gern mal weg, aber dieses Buch lässt das nicht zu. Da muss man hinschauen und darüber nachdenken, was dort falsch läuft - und ganz nebenbei vielleicht auch noch mal überdenken, wie wir hierzulande mit Menschen umgehen, die aus einem anderen Land kommen und hier bei uns Zuflucht suchen.

Bevor man jetzt was falsches denkt - es ist immer noch ein Roman und die Geschichte von Taduno und Lela steht im Vordergrund. Sie ist ganz einfach und ohne Schnörkel geschrieben, ohne Verschachtelungen und politische Gedankengänge - es wird ganz einfach die Geschichte von Taduno erzählt, wie er sich auf die Suche nach seiner Freundin macht und es dabei schafft, die Menschen für sich zu gewinnen - und wie er nach jedem Rückschlag doch wieder aufsteht und den Mut findet, weiterzumachen. 

Ein sehr aktuelles Thema, gepaart mit einer wundervollen Liebesgeschichte, einem Hauch Geheimnis, wundervoll charakterisierten Protagonisten - einfach, still und leise geschrieben, und sagt doch mehr aus als so manches Romanspektakel mit dreimal soviel Seiten.

Die Zeit muss sein, diese Geschichte zu lesen und zu Herzen gehen zu lassen! Sie hat es verdient. Tadunos Lied bekommt von mir 5 von 5 Rezisternchen.

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