Sonntag, 2. Oktober 2016

Rezension: "Die Erlöser" von Nick Cutter

Titel: Die Erlöser
Autor: Nick Cutter
Verlag und Infos: Heyne Verlag
TB. 363 Seiten
Preis: 9,99 €
Genre: Thriller
Reihe: nein



„Die Erlöser“ von Nick Cutter

Inhalt:

Unsere bekannte Welt wird (wieder mal) von der Religion dominiert. Die eine wahre Kirche hat alle staatlichen Aufgaben übernommen. Statt Bürgermeister haben die Städte jetzt Propheten.
Die ehemalige Polizei ist nur noch damit beschäftigt, wider der gültigen Religion handelnde Gruppen aufzuspüren und der Resozialisierung zuzuführen.
Zu einer besonderen Einheit gehört John Murtag. Er ist ein mustergültiger Gläubiger und geht ohne Gewissensbisse gegen andersgläubige Gruppierungen wie Scientologen oder Juden vor.
Doch es scheint sich eine größere, gezieltere Rebellengruppe zu bilden, die immer wieder Terroranschläge gegen den Staat verübt. Eine Reihe von Geschehnissen lässt  Murtag allmählich das bestehende System hinterfragen.
Doch hat er eine Chance, gegen die Herrschenden anzukommen? Was kann er tun? Gibt es vielleicht mehr Zweifler, als er denkt?

Beurteilung 

Ich bin ja eigentlich nicht der große Thriller-Leser, aber ein religiöses Thema als dystopischen Hintergrund zu nehmen fand ich eine extrem interessante Idee, deswegen habe ich mich für „die Erlöser“ entschieden.

Und  siehe da: Dieser Roman ist ab der ersten Seite einfach nur hochspannend. Obwohl es sich um einen Erwachsenenroman handelt, ist die Geschichte sehr leicht und flüssig zu lesen.  Keine langatmigen politischen oder religiösen Diskussionen oder Gedankengänge, wie der Klappentext einen befürchten lässt. Nein, keineswegs – eine flüssige Handlung, nicht zu oberflächlich, aber auch nicht zu komplex, so dass es sich sehr angenehm lesen lässt.

Bestimmte Ereignisse und Entscheidungen Murtags im  Buch lassen einen zwar ein bisschen an seinem gesunden Menschenverstand zweifeln, machen ihn aber auch extrem sympathisch – ich mag seinen Charakter sehr gern, vielleicht weil er weder ein Duckmäuser noch ein Überheld ist, sondern einfach irgendetwas dazwischen, wie die meisten von uns auch.
Er versucht sich den Gegebenheiten anzupassen, aber kann sein gutes Herz nicht immer unterdrücken, und irgendwann ist ihm das einfach wichtiger, als dem Regime immer zu gefallen. 

Leider ist der Blickwinkel in dieser Story räumlich und von den handelnden Personen recht eingeschränkt – für das Verständnis und den Lesefluss gut, wer eine globale Vision einer religionsgeprägten Zivilisation erwartet, wird allerdings enttäuscht. Mich hat es nicht gestört.
Eine Geschichte die uns mit bestimmten Erlebnissen John Murtags deutlich vor Augen führt, welche Gefahren für unsere fortschrittliche Welt wir immer noch nicht gebannt haben und wie knapp wir eigentlich nur davon entfernt sind, wieder in mittelalterliche Verhältnisse zurückzufallen.

Die Moral ist wohl: Mensch ist Mensch, und die Religion sollte uns egal sein. Eine gute Botschaft, ein spannendes Buch vor einem zeitlos aktuellen und brandheißen Thema, super zu lesen – was kann man mehr wollen? Ich gebe daher 5 von 5 Sternen.

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