Sonntag, 26. Juni 2016

Rezension: Obernewtyn - Isobelle Carmody

Titel: Obernewtyn
Autor: Isobelle Carmody
Verlag und Info: Papierverzierer
TB, 272 Seiten
Preis: 13,95 €
Reihe: nein



Obernewtyn  - Isobelle Carmody

Inhalt         

In der Welt nach dem „großen Weißen“, einer Katastrophe, die die gesamte Zivilisation ausgelöscht hat. Die Menschheit lebt wie im Mittelalter, Technik und Industrialisierung sind ein Mythos aus der verpönten  Vorzeit.
Elspeth lebt zusammen mit ihrem Bruder im Waisenhaus. Ihre Eltern wurden als „Aufwiegler“ vom Rat getötet.
Elspeth ist eine sogenannte Abweichlern – sie hat geistige Fähigkeiten, die die eines normalen Menschen übersteigen. Sie kann in Gedanken anderer Menschen eindringen und sogar mit Tieren kommunizieren.
Doch das darf niemand wissen, denn sonst besteht Gefahr, dass die Wächter Obernewtyns auf sie aufmerksam werden und sie abholen, um mit ihr Experimente durchzuführen, die ihr angeblich gegen ihre abnormen Fähigkeiten helfen sollen.
Doch Elspeth wird erkannt und nach Obernewtyn verfrachtet. Erst scheint es dort gar nicht so schlimm zu sein, doch bald erkennt Elspeth, dass Dinge vorgehen, die offiziell auch besser nicht bekannt werden.
Es scheint eine Rebellengruppe zu geben, die versucht, die Abweichler zu schützen und gegen den allmächtigen Rat vorzugehen.
Und die Meister Obernewtyns scheinen den Abweichlern alles andere als helfen zu wollen – sie scheinen mit Hilfe der diversen psychischen Mutationen etwas herausfinden zu wollen, aber was?

Beurteilung 

Ein faszinierender Roman. Es wird relativ schnell klar, dass eine von Menschen gemachte Katastrophe die Welt, wie wir sie kennen, ausgelöscht hat – doch man erfährt erst einmal nichts weiter und ergeht sich zwangsläufig in Spekulationen.
So schafft es die Autorin, dass man sich gedanklich die ganze Zeit automatisch intensiv mit der Hintergrundsituation beschäftigt.
Besonders gefallen hat mir die Idee, dass Elspeth mit Tieren kommunizieren kann und es unter den Tieren eine Prophezeiung zu geben scheint, die mit ihr in Verbindung steht.
Es hätte mir gefallen, wenn dieser Strang noch weiter ins Detail ausgebaut worden wäre, aber leider bleibt er Nebensache.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, auch wenn man viel durch die Gedankenwelt Elspeths reist und dadurch stellenweise als Leser genauso verwirrt ist wie sie, aber das ist der Stimmung des Buchs durchaus zwecksdienlich.
Viele Hintergründe und Warums bleiben bis zum Ende des Romans unklar, ich bin mir auch nicht sicher, ob eine Fortsetzung geplant ist, um das ganze Aufzulösen – wenn ja, dann ist Obernewtyn sehr vielversprechend, falls nicht, ist das Ende doch eher unbefriedigend, da viele Fragen offen bleiben.

Ein sehr spannender dystopischer Roman, bei dem man einmal NICHT das Gefühl hat, die Handlung schon in irgendeiner Form irgendwo anders gelesen zu haben, und eine sehr gelungen erschaffene  Atmosphäre über den ganzen Roman hinweg.
Klare Leseempfehlung.

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