Donnerstag, 9. Juni 2016

Rezension: "Die Mechanik des Herzens" - Mathias Malzieu

Titel: Die Mechanik des Herzens
Autor: Mathias Malzieu
Verlag und Leseprobe: btb
TB, 188 Seiten
Preis: 8,99 €
Reihe: nein

"Die Mechanik des Herzens" - Mathias Malzieu


Inhalt:

Der kleine Jack, der in einer bitterkalten Nacht vor wenigen 100 Jahren
in Edinburgh zur Welt kommt, hat einen Herzfehler.

Für seine Mutter ist er ein unerwünschtes Kind, dass Sie bei der
Geburtshelferin zurücklässt.

Madeleine verliebt sich in den kleinen Jungen und repariert Jacks Herz,
in dem sie es mit einer alten Kuckucksuhr verbindet - es sieht zwar
komisch aus, funktioniert aber. Er bleibt bei ihr und wächst bei ihr
auf, da kein Adoptivelternpaar einen schmächtigen Jungen mit einem
tickenden, piependen Herzkasten haben will.

Es ist nur sehr, sehr empfindlich, so dass Jack sich nie aufregen,
ärgern oder gar verlieben darf.

Leider verliebt er sich gleich bei seinem ersten Stadtausflug mit
Madeleine unsterblich in eine kleine, halbblinde Straßentänzerin, und
ist nach der kurzen Begegnung mit ihr bereits überzeugt, dass sie sein
Schicksal ist.

Obwohl er sie danach jahrelang nicht mehr sieht, und er wegen seiner
unsterblichen Liebe einiges an Ärger hat, lässt sie ihn nicht mehr los
und er beschließt, sie zu suchen.

Jack erwarten einige Schicksalsschläge, denkwürdige Begegnungen und
Erfahrungen, sowohl auf der Reise als auch am Ziel, und er wird
erwachsen.


Beurteilung

Das Buch fand ich ingesamt sehr niedlich. Die kleinformatigen knapp 200
Seiten hat man an einem Abend weggelesen.

Bis auf die Tatsache, dass Jack eine Uhr als Herz hat und zwar als
missgestaltet gilt, das sonst aber keiner weiter schwerzunehmen scheint,
ist der Roman eigentlich nicht als Fantasy oder Steampunk einzustufen.

Es ist einfach eine sehr rührende, nahegehende Geschichte von einem
armen Jungen, der sich verliebt, Freunde und Feinde findet, erwachsen
wird und versucht, sein Leben zu führen und seine Liebe zu finden.

Was mir besonders gefallen hat, sind die Erwähnungen oder sogar
Begegnungen mit uns bekannten historischen Persönlichkeiten, mehr will
ich an dieser Stelle gar nicht verraten, auch wenn es sich nur um eine
ganz kurze Begebenheit im Buch gehandelt hat, hat es sich mir doch
eingeprägt.

Ein einfacher, flüssiger Erzählstil und der Charakter Jack, der
wirklich sehr gut dargestellt wird, sowie eine einzigartige Geschichte
machen dieses Buch so besonders.

Der Autor hat es hier geschafft, eine ganze Lebensgeschichte auf
kleinem Raum auf das Wesentliche zu konzentrieren und den ganzen
Lebensschnickschnack außenrum, der eigentlich unwichtig ist,
wegzulassen. Wenn man darüber nachdenkt, erlebt man hauptsächlich, wie
sich die Gefühle und das Verständnis von Jack für sich und seine
Umgebung sich entwickeln und verändern.

Jack ist ein Mensch mit ganz normalen Stärken und Schwächen. Man will
ihm immer wieder zurufen "Mach es" - "Sag es" - "Tu das nicht" , so sehr
fiebert man mit und wünscht ihm, sein Glück zu finden.

Wenn auch für mich nicht wirklich ein Fantasyroman, so doch ein
wirklich süßes Buch, und ich bereue nicht es gelesen zu haben.

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