Sonntag, 8. Mai 2016

Rezension : "Schneewittchens Geister" von Hanna-Linn Hava

Titel : Schneewittchens Geister
Autor : Hanna-Linn Hava
Verlag und Infos : Periplaneta Verlag
TB, 325 Seiten
Preis : 14,90 €
Reihe : nein



 „Schneewittchens Geister“ von Hanna-Linn Hava

Ein modernes Fantasymärchen mit viel Humor, Spannung, Action, Skurrilität, Denkanstößen, verkannten Randgruppen der Gesellschaft und sehr sympathischen Protagonisten. 

Inhalt : 

Die junge Ernestine Nordmoor fühlt sich fehl am Platz in dieser Welt. Sie hat Todessehnsucht und wandert von einer Psychiatrie in die Nächste. Ein geordnetes Leben ? Fehlanzeige. 

Doch als sie eines Tages einmal wieder aus einem mehrwöchigen Aufenthalt in der Psychiatrie nach Hause entlassen wird, und zusammen mit ihrem Höllenhundwelpen Cerberus endlich in ihr kleines Häuschen zurückkehrt und hofft, ein wenig zur Ruhe zu kommen, findet sie auf einmal 7 kleine Geisterkinder vor, die dringend ein zu Hause suchen, und nimmt sie bei sich auf.
Da sie mit der Bande etwas überfordert ist, besucht sie ihren verrückten Nachbarn A. „der Apfel“ Apollo, der auch Okkultist ist, in der Hoffnung, bei ihm etwas über die Erziehung von Geisterkindern zu lernen.

Sie ahnt ja zu diesem Zeitpunkt nicht, dass in der ehemaligen Kirche, die gleichzeitig der Wohnort des Okkultisten ist, auch Ghulen, einem Vampir und diversen anderen Geistern ein zu Hause geboten wird – und zu dem ihre ihr bis dato unbekannte Großmutter ebenfalls eine gute Bekannte des Herrn Apollo ist und just zu dieser Zeit beschließt, sich mit Ernestine bekannt zu machen und das Geheimnis ihres magischen Erbes zu lüften.
Leider ist Ernestine auch gleichzeitig eines der letzten Opfer von Luzifers treuesten Dienern, der sie um die Ecke bringen will, um endlich seinen Pakt mit dem Teufel abzuarbeiten und seine Unsterblichkeit zu genießen, ohne dabei ständig Leute um die Ecke bringen zu müssen.

Und dieser Herr Killer, sein ungewollter Lehrling Charlotte und seine ihm verhassten Kollegen Miss Biss und Damon, die sich gegenseitig bekriegen, wollen alle Ernestine an den Kragen, da ihr Blut für die Beschwörung einer uralten Macht benötigt wird.
Doch da ist ja auch noch Dornröschen alias Annabelle, die auch noch ihre ganz eigenen Ziele verfolgt….


Zum Buch 

Auch wenn der Titel „Schneewittchens Geister“ etwas anderes vermuten lässt : Mit dem Märchen hat der Roman nicht viel zu tun, auch wenn bei vielen Gelegenheiten Assoziationen zu vielen uns bekannten Märchen hergestellt werden ( zu Recht ).

Schneewittchens Geister ist ein sehr erfrischender und skurriler, aber sehr angenehm zu lesender Mix aus Fantasy und Realität, mit extrem lebensecht gezeichneten Protagonisten.
Mit hat es ausnehmend gut gefallen, wie die Autorin Hanna-Linn Hava die Protagonistin Ernestine charakterisiert – eine Person, die sich in unserer Gesellschaft fehl am Platze fühlt, keine Freunde hat und mit sich und der Welt ständig überfordert ist – ja, sicherlich ist Ernestine hier etwas überzeichnet, aber ich konnte mich dennoch total mit ihr identifizieren, denn ich glaube, es gibt mehr Menschen, die sich innerlich ganz oft so fühlen wie Erni, als man gemeinhin glaubt.

Gepaart mit einem wunderbar trockenen und bissigen Humor wird hier der Kampf zwischen den Guten und den Bösen, von denen zum Schluss einige gar nicht so böse sind, entwickelt bis hin zu einem grandiosen Showdown.
Vom Humor her und auch von der Skizzierung der Gestalten muss ich immer ein wenig an den Film „Dogma“ denken, auch wenn inhaltich keine Ähnlichkeiten bestehen.
Ohne lächerlich zu sein, bietet uns diese moderne, skurrile Märchenadaption eine Menge Spannung, Witz, Action und Denkanstöße. Auch wenn der Schreibstil am Anfang etwas ungewohnt, da gewollt etwas altmodisch gehalten, erscheint, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Ihr werdet dieses Buch sicherlich auch lieben – ich jedenfalls habe daran nichts gefunden, das ich kritisieren könnte !   

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