Mittwoch, 17. Februar 2016

Rezension : "Der goldene Schwarm" - Nick Harkaway

Titel : Der goldene Schwarm
Autor : Nick Harkaway 
Verlag und Leseprobe : Knaus Verlag
PB, 605 Seiten
Preis : 19,99 €



„Der goldene Schwarm“ von Nick Harkaway

„Der Parasit starrt ihn aus der Ecke heraus an, und seine Augen laufen über vor Auflehnung und Hass. „Primat“, erklärt Joe und wackelt mit den Händen. „Werkzeugnutzer. Opponierbare Daumen“. Der Parasit schaut ihn verächtlich an und spaziert hinaus.“

Inhalt :

 Joe Spork ist ein Uhrmacher und lebt mehr schlecht als Recht von seinem vom aussterben bedrohten Handwerk in einem alten Haus an der Themse in einem Viertel, das der Fortschritt vergessen hat.
Sein Vater war ein berühmter Londoner Gangster, doch Joe hat sich dafür entschieden, der Londoner Gangsterwelt den Rücken zu kehren und einen rechtschaffenen Beruf auszuüben – doch so ganz 100% schafft er es nicht, sich von der Welt seiner Eltern und seiner Kindheit zu lösen.

Sein zwielichtiger Freund Billy Friend bringt ihm eines Tages ein geheimnisvolles Buch, das durch ein mysteriöses Getriebe und andere Teile enthält, und Joe soll die Maschinerie wieder in Gang bringen.
Auf einmal bekommt er Besuch von sehr merkwürdigen Gesellen, die alle ein sehr großes Interesse an seinem neuen Auftrag zeigen.
Als er das Buch in Sicherheit und dem unbekannten Auftraggeber zurückbringen will, zeigt sich, dass das Buch eigentlich nur dazu dient, um eine andere Maschine in Gang zu setzen.
Zur gleichen Zeit wird die ehemalige Superspionin Edie Banister, bereits über 90 Jahre alt, wieder aktiv,  und es tauchen Mitglieder eines mysteriösen Ordens von John dem Werker auf, die sich sehr seltsam verhalten und irgendwie ferngesteuert erscheinen.
Als Joe merkt, dass sein letzter Auftrag Dinge in Gang gesetzt hat und Organisationen auf die Bildfläche gerufen hat, sie seine Vorstellungskraft übersteigen, muss er sein altes Leben hinter sich lassen und sich seiner Vergangenheit stellen.

Zum Buch

Also, unter dem Titel im Zusammenhang mit dem Klappentext konnte ich  mir erstmal nicht wirklich viel vorstellen, was mich aber gerade neugierig gemacht hat.
Ich kann nur sagen, dass ganze Buch ist „very british“ und ein charmantes Zusammenspiel von Steampunk, Fantasy und Gangsterflair des frühen 20. Jahrhunderts.
Sofern man mit dieser Art von Humor etwas anfangen kann, reißt einen die Geschichte durch unerwartete Pointen und einen extrem trockenen Humor immer wieder unerwartet völlig vom Hocker. Ich habe über das am Anfang erwähnte Zitat ( für das man natürlich noch etwas Kontext braucht ) noch am Folgetag immer wieder zusammenhangslos zu kichern angefangen – und das passiert mir bei einem Buch nicht oft. 

Der Schreibstil des Autors ist, finde ich, relativ anstrengend, und man muss das Buch schon konzentriert lesen, wenn man den Faden der Handlung nicht verlieren will. Eine der Herausforderungen sind immer wieder ohne Ankündigung eingeflochtene Flashbacks in die Jugendzeiten der Protagonisten, die aber notwendig sind, um die sich in der Gegenwart abspielende Handlung zu verstehen. 

Bleibt mir nur zu sagen – wer wie ich London im speziellen in der Gegenwart und Vergangenheit liebt und dem Großbritannien allgemein ans Herz gewachsen ist, wer darüber hinaus ein Retro- bzw. Steampunk Faible hat, der liegt bei diesem Buch genau richtig.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen