Montag, 20. März 2017

Rezension: "Caraval" von Stephanie Garber

Titel: Caraval
Autor: Stephanie Garber
Verlag und Info: Piper Verlag
TB, 396 Seiten
Preis:14,99 €
Reihe: unbekannt 
Genre: Fantasy 


Caraval - Es ist nur ein Spiel.... - Stephanie Garber


Inhalt

Die Schwestern Scarlett und Donatella gehören zur gehobenen Gesellschaft, leiden jedoch unter ihrem grausamen Vater, seit ihre Mutter vor Jahren einfach verschwunden ist.

Sie träumen davon, ihr Gefängnis zu verlassen und ein freies Leben zu führen. Doch die ältere Scarlett fügt sich langsam in ihr Schicksal und hofft, dass ihr Verlobter, ein Graf, der sie nicht kennt, aus dem Schlimmsten rausholen wird und sie auch ihre Schwester dem Zugriff ihres Vaters entwinden kann.

Seit Jahren versucht Scarlett, zur Freude Ihrer Schwester den magischen "Zirkus" Caraval unter der Führung von Mater Legend dazu zu bringen, in Ihrer Nähe ein Gastspiel zu geben, doch jahrelang bleiben ihre Briefe unbeantwortet - bis sie kurz vor Ihrer Hochzeit einen mysteriösen Brief erhält...

Trotz aller Widrigkeiten gelangen Scarlett und Tella zu einer Vorstellung von Caraval - doch es verläuft ganz anders als erwartet und aus glitzerndem magischen Spiel scheint grausame und tödliche Wirklichkeit zu werden.

Realität und Fantasie verschmelzen für Scarlett zu einem Alptraum, aus dem es kein Erwachen mehr zu geben scheint...


Beurteilung 

Monatelang warte ich nun schon auf dieses Buch und durfte es nun sogar vorablesen. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, denn schon der Titel, Cover und Klappentext haben mich vom ersten Moment an total angefixt. Ich habe so gehofft, nicht enttäuscht zu werden - und Caraval hat mich zum Glück gleich von Anfang an wie erwünscht in seinen Zauberbann gezogen.

Was dieses Buch so faszinierend macht, kann ich gar nicht genau sagen - vermutlich ist es die Mischung aus einem "normalen" Fantasyszenario mit der Magie eines fantastischen Schauspiels, das einen Charakter irgendwo zwischen Zirkus und Illusionskunst hat. 

Scarlett und Donatella, die beiden Schwestern, hat man vom ersten Moment an gern, wobei es vermutlich je nach Naturell des Lesers welche geben wird, die in Team Scarlett spielen, und welche, die eher auf Donatellas Seite stehen, da die Schwestern doch sehr unterschiedliche Naturelle haben.
Abgesehen davon, dass man dem Schreibstil von Stephanie Garber gerne und einfach folgen kann, da die Handlung zügig voranschreitet und die Gratwanderung schafft, weder zu komplex noch zu "einfach gestrickt" zu sein, erschafft die Autorin mit ihren Beschreibungen ein Kopfkino, das bei mir wirklich sehr realisitischt vor Augen aufstieg beim Lesen.

Die beschriebenen Szenarien und Bilder habe ich direkt vor mir gesehen, und ich glaube wenn das mal verfilmt werden sollte, wäre Tim Burton als Regisseur eine gute Wahl, denn auch wenn die Geschichten total unterschiedlich sind, hatte das ganze für mich so einen Touch von Alice im Wunderland bzw. Alice hinter den Spiegeln - und das ist absolut positiv gemeint! 

Die Idee der Autorin ist auf jeden Fall, zumindest für mich, so noch nicht dagewesen und daher um so mehr zu honorieren, dass sich die Geschichte an keinem Punkt verzettelt, obwohl der Plot durchaus die Möglichkeiten dazu geboten hätte. 

Das schöne ist, dass auch dieser Roman ein Ende bietet, der durchaus auf eine Fortsetzung hoffen lässt, da kann man nur die Daumen drücken! 

Ich hoffe, ich konnte Euch mit meiner Beurteilung ein bisschen Lust auf das Buch machen, es hat wirklich einen einzigartigen Flair und schafft eine wundervolle verrückte Atmosphäre, in der alles möglich scheint. Das gibt natürlich die volle Punktzahl!

Sonntag, 19. März 2017

Rezension: "Taintless - Blindes Vertrauen" von Annie Mae Gold

Titel: Taintless - Blindes Vertrauen
Autorin: Annie Mae Gold
Verlag und Infos: SP, Homepage Annie Mae Gold
TB, 488 Seiten
Preis: 14,99 €
Genre: Dystopie
Reihe: Unbekannt 

Taintless - Blindes Vertrauen  -  Annie Mae Gold


Inhalt

Summer Snow weiß noch nicht so viel von der Welt, aber eines weiß Sie: Nur in der Kolonie hinter der großen Mauer ist ihr ein geschütztes Leben möglich. Außerhalb der Mauer gibt es nur die Monster - die Infizierten, die alles sind, was die schleichende Zerstörung der Erde im Jahr 2171 noch übrig gelassen hat.

Der einzige Ausweg scheint es sein, in die Elite gewählt zu werden - und Summer tut alles dafür, damit sie nicht in die Gilde der Ärzte muss, wie ihr Vater, sondern in die Elite kommt, die nur den schönsten und perfektesten Menschen vorbehalten ist.Wer in die Elite gewählt wird, darf seine Familie mitnehmen - doch ihr Vater möchte aus ihr unklaren Gründen auf gar keinen Fall in die Elite.

Ihr Verlangen wird noch größer, als trotz der strikten Trennung zwischen Kolonie und Elite auf einmal Clay in Ihrer Schulklasse auftaucht - ein Junge aus der Elite, der sich den Pflanzen- und Kräuterunterricht anschauen soll, der in der Kolonie gegeben wird.

Fast klar, dass Summer Clay hoffnungslos verfällt - selbst der gutaussehende Will aus Ihrer Klasse, der ihr ständig Avancen macht, hat keine Chancen mehr bei ihr.

Doch Clay, der durchaus auch etwas für Summer übrig hat, macht ständig dunkle Andeutungen, dass nicht alles Gold sei, was glänzt, und auch das Leben in der Elite sehr gefährlich werden könne. Doch Summer verwirft alle Warnungen in den Wind, und dann kommt der Tag der Auswahl. Wird Summer es schaffen? Kann Sie in der Elite mit Clay zusammen sein? Und was für Gefahren könnten in der Elite lauern?


Beurteilung 

Durch Zufallspost bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und war sofort total angetan von derr Optik des Buchs und vom Klappentext. Für eine gute Dystopie bin ich immer zu haben.

Schnell merkt man auf den ersten Seiten, dass es eher eine Jugendbuch-Dystopie ist, doch finden hier durchaus auch Erwachsene Leser viel Stoff zum Nachdenken.

Die Autorin hat mich durch Ihren guten und flüssigen Erzählstil schon nach den ersten paar Seiten "gehabt". Der Prolog baut sofort eine Menge Spannung auf, und führt einen vielleicht auch erstmal auf eine völlig falsche Fährte - man darf also nicht denken, dass man nach dem Prolog das Ende kennt, da er völlig aus dem Kontext herausgenommen erscheint.

Wie in vielen Dystopien treffen wir hier auf das Szenario, dass die Menschheit von Ihrer eigenen Zerstörungswut überrollt wurde und die Erde quasi bis auf wenige, streng abgegrenzte Kolonien unbewohnbar ist. "Neu" ist, dass sämtliche Errungenschaften und Techniken aufrechterhalten geblieben sind, wir uns also in einem durchaus gegewartsähnlichen Zustand befinden, bis auf das Gildentum und die jährliche Auswahl.

Es ist also eine gute Mischung aus neuen Einfällen und bekannten Szenarien, und eins kann ich Euch sagen - das, was die Autorin im Verlauf der Handlung raushaut, habt ihr so bislang in einer Dystopie ganz sicher entweder selten oder gar nicht gelesen und es wird Euch umhauen! Ich fand die Idee total toll, aber auch ziemlich abstrus zugleich - mehr will ich nicht verraten:-)

Summer, ihr Bruder Brian, ihr "Freund" Will, aber auch die Charaktere aus der Elite wie Clay und Gordon sind alle echt gut beschrieben, ich mochte oder hasste sie direkt nach der ersten Vorstellung. 

Dieses Buch beweist einmal mehr, dass unbekannte Indie-Autoren eine Chance verdient haben. Ich muss wirklich sagen, dass mir Taintless viel besser gefallen hat als einige Bücher aus renommierten Verlagshäusern.

Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass der dystopische Hintergrund etwas zu kurz kommt - er wird zwar angesprochen und erläutert, aber das findet im gesamten Buch auf wenigen Seiten Platz, so dass ich meine, den Werdegang des aktuellen Zustands hätte man vielleicht noch etwas ausführlicher beschreiben können, und die Situation, in der sich Summer zum Schluss wiederfindet, noch etwas, wie soll ich sagen, anschaulicher zu gestalten. 

Vielleicht lässt sich das in einem eventuellen Folgeband noch nachholen, denn die Geschichte endet durchaus offen und ist nicht in sich abgeschlossen.

Zum Fazit: Tolle Dystopie, auch wenn das dystopische Element beim Lesen über lange Strecken fast in Vergessenheit gerät, richtig spannend geschrieben und mit tollen Szenarien und Charakteren - absolut lesenswert und daher 5 Rezisternchen!

Sonntag, 12. März 2017

Rezension: "Die Legenden des Wolkenreichs - Der Zwist der ungleichen Brüder" von Carina Raedlein

Titel: Die Legenden des Wolkenreichs - Der Zwist der ungleichen Brüder
Autor: Carina Raedlein
Verlag und Infos: SP, Infos auf Lovelybooks.de
TB, 278 Seiten
Preis: 9,99 €
Genre: Fantasy/Jugendbuch
Reihe: Ja, Band 2 der Trilogie 

Die Legenden des Wolkenreichs - Der Zwist der ungleichen Brüder 

 Carina Raedlein

Inhalt

Nachdem Eva einfach aus dem Wolkenreich verschwunden ist, versucht Louis alles, um sie wiederzufinden. Er stellt jedoch fest, dass er erst eine weitere Legende erfüllen muss, damit ihm wieder Zutritt zum Erdenreich gewährt wird.

Das Dumme ist nur, dass er diese Legende gemeinsam mit seinem total verfeindeten Bruder Lenni bestehen muss. Wie soll er das nur schaffen? 

Währenddessen ist Lenni mit Sandbarts Hilfe schon einen Schritt weiter: Er weiß, das Eva wieder auf der Erde ist. Er muss versuchen, Eva dazu zu bringen, das Wolkenreich komplett zu verlassen. Dafür muss er sich allerdings auf die Erde und in ihre Nähe mogeln und auch noch ihre Freundschaft oder sogar Zuneigung gewinnen.

Durch einen dummen Zufall werden allerdings die Karten neu gemischt, denn Louis erfährt von Lennis Anwesenheit auf der Erde. Er muss alles daran setzen, irgendwie mit Lenni die zweite Prophezeiung zu erfüllen, um seine Eva zurückzubekommen! 

Doch Lenni und Sandbart wollen nur den Schatz, denn Louis aus der Grotte geborgen hat - was es damit auf sich hat, weiß immer noch niemand. 

Ob sich die Prophezeiung trotzdem noch erfüllen kann?


Beurteilung 

Nachdem mir der erste Band schon gut gefallen hat, finde ich den zweiten noch besser, da die Ereignisse einfach noch weniger vorhersehbar sind und mir als Leser ständig neue Rätsel aufgegeben werden.

Da die Geschichte eindeutig für jüngeres Publikum geschrieben ist (was mich ja überhaupt nicht stört), ist sie natürlich auch nicht allzu vielschichtig oder komplex und lässt sich entsprechend leicht, flüssig und schnell lesen, ohne zu oberflächlich zu sein.

Es gefällt mir sehr gut, dass die Autorin hier immer wieder auch magische Elemente einbaut, die aber nicht kindisch wirken, und parallel zur Geschichte aber auch immer wieder Teile der Vergangenheit von Louis und Lenni aufdeckt, so dass die Zusammenhänge zwischen den handelnden Personen und der Grund für den Streit zwischen Louis und Lenni auch während der Geschichte immer klarer werden.

Ich persönlich bin sehr gespannt, ob sich die offenen Fragen, wie zum Beispiel die, wo "die Stimme aus dem Off" herkommt, auch noch lösen werden. 

Auch Band zwei endet wieder mit einem ziemlichen Cliffhanger und es ist auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es gibt auch unschöne einschneidende Erlebnisse, die den Leser erschüttern, der in einem solchen Buch für Jugendliche eigentlich nicht mit so etwas rechnet.

Wenn ich Euch jetzt neugierig gemacht habe, gut :-) Diese Geschichte ist nämlich wirklich lesenswert und ich freue mich schon auf Teil 3. Da mich die Story mittlerweile richtig in ihren Bann gezogen hat gebe ich hier gerne 5 Sternchen.

 


Rezension: "Creature - Gefahr aus der Tiefe" von Morton Rhue

Titel: Creature - Gefahr aus der Tiefe
Autor: Morton Rhue 
Verlag und Infos: Ravensburger Buchverlag
HC, 476 Seiten
Preis: 17,00 €
Genre: Dystopie
Reihe: Nein

Creature - Gefahr aus der Tiefe  -  Morton Rue


Inhalt

Eine dystopische Variante des Moby Dick Klassikers, der aber bis auf die Namen Ahab und Ismael nicht viele Gemeinsamkeiten aufweist.

Auf der Erde ist das Leben unerträglich geworden. Die Menschen können nur noch unter Kuppeln leben, Wasser ist knapp und die Ressourcen für die künstliche Sauerstofferzeugung neigen sich langsam aber sicher dem Ende zu.
Es gibt nur eine Chance, genug Geld zu verdienen, um dem sicheren Ende zu entkommen: Man lässt sich in eine andere Welt transportieren, um dort für einen befristeten Zeitraum zu arbeiten und sich so eine bessere Zukunft zu schaffen. Der Haken: Man kann leider nicht mitbestimmen, wo man hinkommt, mit wem und was man dort tun muss.

Ismael verschlägt es nach Cretacea auf einen Walfänger. Allerdings stellt sich heraus, dass der seltsame Kapitän eine persönliche Fehde mit der schlimmsten Kreatur des ganzen Meeres offen zu haben scheint, die er, ungeachtet des eigentlichen Auftrags, erbarmungslos jagt. 

Trotzdem geht es Ismael und seinen Kameraden auf ihrem Schiff nicht schlecht. Doch immer mehr Dinge erscheinen Ismael seltsam und die Ungereimtheiten häufen sich. Wo genau ist er eigentlich, warum bekommt er so selten Nachricht von seinen Eltern und was hat es mit den seltsamen Ratschlägen auf sich, die ihm sein Onkel Ben kurz vor dem Start mitgegeben hat?

Doch Ismael braucht dringend das Geld, dass er mit seiner Arbeit verdienen kann, wenn er sich beweist, und so geht er immer wieder auf waghalsige Aktionen ein - bis es vielleicht irgendwann eine zuviel ist...


Beurteilung 

Cover, Titel und Klappentext passen hier einfach wie die Faust aufs Auge und stimmig zusammen - der Titel macht neugierig, der Klappentext noch mehr. Auch wenn ich Anfangs gemischte Gefühle hatte, als ich merkte, das es sich anscheinend um ein "Remake" von Moby Dick handelt, wurde ich schnell eines Besseren belehrt:

Bis auf einige Annäherungen haben beide Geschichten nicht viel miteinander zu tun. Obwohl ich Seeabenteuer nicht unbedingt als meinen favorisierten Lesestoff bezeichnen würde, hat mich Ismael als Charakter fast sofort für sich eingenommen, und ich bin gerne mit ihm nach Cretacea abgetaucht.

Das Buch ist wirklich toll geschrieben und durch die Andeutungen der ganzen Seltsamkeiten und dem dystopischen Hintergrund bleibt man die ganze Zeit am Ball, weil man sich sicher ist, da passiert noch was großes. Und die Spannung baut sich wirklich von der ersten Seite an auf und lässt auch nicht nach. Alle Figuren in dieser Handlung sind toll und lebendig beschrieben.

Die Aufklärung relativ am Ende des Buches fand ich total überraschend und unerwartet, da wäre ich niemals während des Lesens der Geschichte drauf gekommen. Wenn man dann im Nachhinein drüber nachdenkt, wird einem klar, dass man sich von seinem eigenen Kopf hat austricksen lassen - mehr will ich aber gar nicht verraten! 

Ich hätte mir am Ende gewünscht, dass der Autor etwas länger und detaillierter auf den tatsächlichen Sachverhalt eingegangen wäre und die Abläufe noch etwas genauer erklärt hätte, aber darauf mussten wir leider verzichten.

Das hat aber absolut keinen negativen Einfluss auf den Lesespaß, auch wenn zum Ende hin Fragen offen bleiben. 

Das Buch kann ich jedem nur empfehlen, hat total Spaß gemacht und einen solchen Klassiker bekommt man auch nicht alle Tage so komplett neu durchgemischt auf den Tisch. Diese Kombination aus altem Stoff und modernem Jugendbuch ist dem Autor wirklich toll gelungen.

Dafür gibt es von mir auch 5 von 5 Rezisternchen.

Rezension:"Rat der Neun - Gezeichnet" von Veronica Roth

Titel: Rat der Neun - Gezeichnet
Autro: Veronica Roth
Verlag und Infos: cbt Verlag
HC, 604 Seiten
Preis: 19,99 €
Genre: Fantasy
Reihe: Ja, Band 1 der Dilogie

Rat der Neun - Gezeichnet  - Veronica Roth


Inhalt

Zwei verfeindete Völker auf dem gleichen Planeten - die kriegerischen und räuberischen Shotet und die Thuvesi, die Rauschblumen anbauen und aus ihnen alle mögliche Arznei herstellen.
Der Strom, Grundlage für alles Leben und die Voraussagen der Orakel, Anbetungsobjekt.
Die Nationenplaneten, regiert durch den hohen Rat.
Ryzek und Cyra, die Kinder der Herrscherfamilie der Shotet, und auf der anderen Seite Akos und Ejieh, die Söhne des thuvesischen Orakels.

Sie alle sind durch Ihre durch die Orakel vorhergesagten Schicksale und durch Ihre Gaben verbunden. Die Gaben entfalten sich erst im Lauf der Zeit bei den Jugendlichen, und sie können auch dem Träger der Gabe selbst oft mehr als ein Fluch erscheinen.

Ryzek verschleppt einen Teil der thuvesischen Orakelfamilie nach Shotet, damit sie ihm und seiner Familie dienen. Er will seinem Schicksal entfliehen, Shotet zur führenden Nation auf dem Planeten machen und rächen, was das thuvesische Volk einstmals den Shotet angetan hat.

Doch die Verbindungen zwischen den jungen Schicksalen führt zu manch unerwartetem Ergebnis.


Beurteilung

Vorab: Es ist schwierig, bei der Inhaltsangabe zu diesem Buch nicht zu spoilern, deswegen ist diese sehr allgemein gehalten.

Bei diesem Buch habe ich mich unerwartet schwer getan. Nach der Trilogie "die Bestimmung", die mir von der Autorin sehr gut gefallen hat (im Gegensatz zu der in meinen Augen nicht ganz so gut gelungenen Verfilmung), hatte ich recht hohe Erwartungen an das Buch.

Leider wurde ich enttäuscht. Bis weit über die Hälfte hinaus fand ich das Buch sehr zäh. Die Handlung wälzt sich nur recht schwerfällig voran, es passiert eigentlich gar nicht so sonderlich viel. Auch der Schreibstil der Autorin ist in diesem Buch nicht so leichtgängig.

Ich bin leider überhaupt nicht gut in die Story reingekommen und wollte nach 200 Seiten schon fast abbrechen, habe mich dann aber doch zum fertiglesen durchgerungen. So zum letzten Drittel hin wurde es dann besser, aber das kann auch daran liegen, dass man doch irgendwann ein bisschen Zugang zu den Protagonisten bekommt und ihr Schicksal verfolgen möchte.

Es ist schwer zu sagen woran es genau gelegen hat. Ich kann jetzt nicht sagen, dass es schlecht geschrieben ist, im Gegenteil, man kann sich das Erzählte relativ gut bildlich vorstellen, aber es war einfach langweilig - es passiert nicht viel, es wird viel beschrieben, worauf man eigentlich keine Lust hat, weil man wartet, dass endlich mal was passiert und die Dialoge etwas lebhafter werden.

Im ganzen Buch herrscht eine irgendwie trübselige Stimmung, es gibt fast keine schönen oder auch nur rasanten Momente, die das Geschehen etwas auflockern oder frischen Wind hineinbringen.

Die Story an sich finde ich gut, wenn auch nichts bahnbrechend Neues dabei ist - zwei verfeindete Völer oder Nationen, die ein bisschen zwischen den Planeten unterwegs sind, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben und die Kinder der ausschlaggebenden Familien treffen sich und stellen die Situation in Frage...hat man alles schon mal gehabt, denke ich. 

Trotzdem ist die Kombination mit dem Strom, den Gaben und den Orakeln neu, so dass es nicht abgekupfert wirkt - reißt dennoch aber halt niemandem vom Hocker.

Trotzdem die Geschichte professionell und schlüssig geschrieben ist, die Grundidee zur Story gut ist, kann ich einfach, auch im Vergleich zu anderen Bewertungen, hier nur 3 von 5 Sternen geben - es war mir einfach zu anstrengend und lahm. Ich denke ich werde der Fortsetzung eine Chance geben weil es zum Ende hin besser wurde, aber an die Bestimmung wird dieser Roman sicherlich nicht mehr herankommen.

Sonntag, 5. März 2017

Rezension: "Die Legenden des Wolkenreichs - das Geheimnis der schwarzen Grotte" von Carina Raedlein

Titel: Die Legenden des Wolkenreichs - das Geheimnis der schwarzen Grotte
Autor: Carina Raedlein
Verlag und Infos: SP - Infos z.B. hier: Lovelybooks
TB, 332 Seiten
Preis: 10,99 €
Genre: Fantasy 
Reihe: Ja, Band 1

Die Legenden des Wolkenreichs Band 1 - Carina Raedlein


Inhalt

Die Erde und das Wolkenreich sind seit langer Zeit getrennt - auf der Erde weiß man nichts mehr vom Wolkenreich, und die Wolkenreichbewohner beschränken den Kontakt aufs Nötigste und wandeln dann unerkannt auf der Erde.

Doch eines Tages begegnet der junge Louis bei einem Ausflug auf die Erde ungeplant Eva, die unglücklich ist über die Trennung ihrer Eltern und daher fasziniert kurzerhand entschließt, mit Louis auf sein Schiff zu gehen um das Wolkenreich zu erkunden.

Dort erfährt sie auch, dass es eine uralte Prophezeiung gibt und anscheinend sie und Louis etwas damit zu tun haben sollen. Unter anderem geht es um die Bergung eines geheimnisvollen Schatzes.

Doch leider ist die Mannschaft um Louis nicht die einzige Gruppe, die von der Legende gehört hat und den Schatz für sich gewinnen will....


Beurteilung

Der Titel hat mich als Fantasyfan angesprochen, vor allem, da ich von Kindensbeinen an davon überzeugt war, das die Wolken eine geheimnisvolle Welt verbergen, und mir immer vorgestellt habe wie es wäre, auf den Wolken laufen zu können.

Die Legenden des Wolkenreichs ist eine sehr schöne Fantasygeschichte, sicherlich auf jüngere Leser zugeschnitten, aber auch hier wieder in meinen Augen für jedes Alter zugänglich.

Die Geschichte ist schön und unterhaltsam, hat jedoch keine allzu komplexe Ausprägung und tiefe, so dass man sie sehr leicht lesen kann. Die Schrift ist im übrigen recht groß, so dass die 330 Seiten in 3-4 Stunden durchgelesen sind.

Eva, die Protagonistin, und Louis finde ich sehr liebenswert, auch wenn sich bei mir beim Lesen zwar Kopfkino eingestellt hat, die beiden Figuren aber für mich visuell sehr unscharf geblieben sind. von der optischen Beschreibung her konnte ich mir nicht wirklich ein Bild machen.

Nichtsdestotrotz war die Geschichte selbst echt gut und flüssig zu lesen. Wie oben schon geschrieben finde ich die Geschichte von einer ganz eigenen Welt in den Wolken sehr spannend, für meinen Geschmack hätte dieses Element noch ausführlicher ausgearbeitet werden können, denn viel mehr als das Wolkenschiff und den total allerliebsten Wolkenhund Diego (Was für ein süßes Ding, ich will unbedingt auch so einen haben!!! Was wäre das niedlich! Das beste an der ganzen Geschichte :-)) lernen wir nicht kennen - es gibt zwar ein paar Orte, die angeflogen werden, aber einen wirklichen Unterschied zu Orten auf der Erde gibt es da nicht, hier hätte ich mir mehr wolkige Details gewünscht.

Das Ende ist toll, ein ziemlich übler Cliffhanger (zum Glück habe ich Band zwei hier schon liegen), der einem viele Fragen aufgibt und total Lust aufs Weiterlesen macht. Das Ende ist wirklich faszinierend und gibt der ganzen Geschichte nochmal ordentlich Schwung (und ohne zuviel verraten zu wollen geht es in Band zwei, von dem ich die ersten Seiten schon gelesen habe, auch gleich so spannend weiter).

Also mein Fazit: Eine durchweg gelungene Geschichte, die man sicherlich weiter hätte ausschmücken können um dem ganzen etwas mehr Detailreichtum und Tiefe zu verleihen, aber trotzdem absolut lesenswert! Ich gebe 4 von 5 Rezisternchen.

Rezension: "iBoy" von Kevin Brooks

Titel: iBoy
Autor: Kevin Brooks
Verlag und Infos: dtv Verlag
TB, 317 Seiten
Preis: 8,95 €
Genre: Jugendbuch
Reihe:Nein

iBoy - Kevin Brooks


Inhalt 

Tom lebt in einem Hochhausviertel in einem berüchtigten Viertel in London: Crow Town. Gangster, Dealer, Halbstarkengangs haben hier das sagen.

Tom ist ein bisschen verschossen in die Nachbarstochter Lucy. Eines Nachmittags macht er sich auf den Weg zu ihr, weil sie ihm etwas sagen möchte und er hofft, es geht dabei um sie beide - im positiven Sinne. Doch es kommt anders.

Tom wacht im Krankenhaus aus nachdem er ein Handy auf den Kopf bekommen hat. Und etwas ist anders: Er scheint auf einmal besondere Fähigkeiten zu haben, die er sich nicht so richtig erklären kann, auch wenn er einen Verdacht hat.

Er sagt niemandem etwas davon, beginnt aber, mit seinen neuen Möglichkeiten im Viertel aufzuräumen. Als Lucy etwas Schreckliches zustößt und Tom beginnt, der Sache auf den Grund zu gehen, macht er sich allerdings die falschen Feinde....


Beurteilung

Der Titel des Buchs hat mich sofort angesprochen, obwohl ich noch nicht wusste, worum es geht, klang es doch genau nach meinem Beuteschema. Und ich fands toll:-)

Es ist definitiv ein Buch für Jugendliche, das aber auch einem Erwachsenen beim Lesen definitiv Spaß macht. Man darf allerdings niemand sein, dem realistische Geschichten wichtig sind, denn ich wage zu bezweifeln, dass das hier beschriebene Szenario tatsächlich eintreten könnte.

Wir bewegen uns eher in der Welt der typischen Geschichten, wie die Marvel Helden wie z.B. Spiderman oder Batman entstanden sind, nur damit alle verstehen, auf welchem Level wir uns da befinden :-)

Nichtsdestotrotz ist iBoy toll geschrieben und die Handlung und vor allem das Umfeld etwas, mit dem sich viele Leser auseinandersetzen müssen oder mussten. Der Roman spielt zwar in London, aber sicher gibt es nicht nur dort miese Viertel und ungerechte Verhältnisse.

Abgesehen davon, dass der Roman wirklich dazu anregt, darüber nachzudenken, wie man sich in einem solchen Umfeld zurechtfindet, bietet iBoy eine fanszinierende Geschichte über einen vernetzten Menschen und wie er seine Fähigkeiten dazu nutzt, seine Welt ein bisschen besser zu machen, auch wenn es, wie schon gesagt, jeder Realität fern ist.

Ich hab das Buch in einem Stück weggelesen, es ist wirklich spannend geschrieben, Lucy und Tom sind liebenswerte Charaktere, und vor allem Tom als Protagonist total sympathisch weil er seine Möglichkeiten dazu nutzt, den Menschen zu helfen, auch wenn er dabei ziemlich schlimme Dinge machen muss, hat er ein großes Gerechtigkeitsempfinden.

Total unterhaltsam - Superheldenaction meets Cyberspannung. Ich geb gerne 5 von 5 Sternchen weil es einfach Spaß gemacht hat das Buch zu lesen.